
Da „braut“ sich was zusammen
Verpackungsinnovationen im Biermarkt
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Zweite Brauerei verpackt Bier in der Box
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Bier-In-Box jetzt auf „Mein Schiff 2“
Jahrhundertealtes Prinzip neu entdeckt
01.09.2010Markt für Bag-In-Box-Produkte boomt
Das Prinzip der Bag-in-Box-Verpackungen ist seit Hunderten von Jahren bekannt. Bereits in der Antike wurde Wein in Schläuchen gelagert und transportiert. Dennoch waren Bag-in-Box-Getränke lange verpönt. Doch mittlerweile setzt sich die Bag-in-Box auf dem deutschen Markt immer mehr durch. Denn die Großverpackung hat durchaus Vorteile.
Nach Angaben der Gesellschaft für Verpackungsmittelforschung (GVM) in Wiesbaden nimmt der Anteil der Bag-in-Box-Getränke am gesamten Getränkemarkt weltweit zu. In Deutschland wurden 2003 lediglich 36,4 Millionen Liter als Bag-in- Box-verpackte Getränke abgefüllt. 2008 waren es bereits 85,5 Millionen Liter. Für die kommenden Jahre prognostiziert die GVM der Branche weitere Wachstumsraten.
Alte Idee neu interpretiert
Moderne Bag-in-Box-Lösungen gehen auf den amerikanischen Chemiker William R. Scholle zurück. Scholle füllte 1955 erstmal Getränke in Flüssigkeitscontainer ab. Das Prinzip ist bis heute nahezu gleich geblieben: Die Getränke werden in einen hauchdünnen Innenbeutel aus Aluminium oder Plastik gefüllt. Dieser Beutel wird zur Stabilisierung von einem Pappkarton ummantelt. Über einen in den Innenbeutel integrierten Zapfhahn kann das Getränk entnommen werden.
Innovative Problemlösung
Lange Zeit wurden lediglich stille Getränke als Bag-in-Box-Lösung angeboten. Da die dünnen Schläuche dem Druck der Gärungskohlensäure nicht standhalten, galt es als unmöglich beispielsweise Bier als Bag-in-Box-Getränke anzubieten. Eine Lösung für dieses Problem fand sich 2003 in Nördlingen. Der Geschäftsführer der Ankerbräu Nördlingen GmbH & Co. KG Florian Koch und sein damaliger Braumeister Georg Fischer entwickelten ein Verfahren, das dem Bier die Gärungskohlensäure fast vollständig entzieht und beim Zapfprozess wieder zuführt. Inzwischen ist das Beer-In-Box-System patentiert, hat seine Marktreife erlangt und wird erfolgreich durch die 2010 gegründete Bag-In-Box Getränkevertriebs GmbH vermarktet.
Vorteile überwiegen
Die Vorteile der Bag-In-Box-Getränke liegen auf der Hand: Da die Verpackungen leichter zu handhaben und zu lagern sind, sparen die Nutzer gegenüber Fässern, Flaschen und Containern Transport-, Lager- und Entsorgungskosten. Ferner entfallen der Rücktransport von Leergut und das damit verbundene Verlust-Risiko. Ein weiterer Vorteil liegt in der längeren Zapffähigkeit, da durch das Ansaugen keine Druckgase in den Beutel kommen. Hinzu kommt das vereinfachte Reinigungssystem, das es den Betreibern der Zapfanlagen ermöglicht, diese selbst zu reinigen.
Bag-In-Box Getränkevertriebs GmbH
Die Bag-In-Box Getränkevertriebs GmbH wurde am 1. Mai 2010 von Karl Bosch und weiteren Gesellschaftern gegründet. Geschäftsführer und geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens ist Karl Bosch. Im deutschsprachigen Raum ist die Gesellschaft der einzige Anbieter von Getränken im patentierten Beer-In-Box-System. Wein, Softdrinks und Spirituosen-Mixgetränke vervollständigen das Angebot des Vertriebsunternehmens. Die Vertriebsstandorte der Bag-In-Box Getränkevertriebs GmbH liegen in Nördlingen, Hamburg und Oldenburg. In Lettland und in den Niederlanden befinden sich weitere Vertriebspartner der Beer-In-Box-Produkte. Bereits zwölf europäische Länder sowie China, Kanada, Australien und Kasachstan nutzen das Beer-In-Box-System. In Deutschland gehören beispielsweise TUI Mein Schiff und Hotels wie der Kemnater Hof in Stuttgart zu den zufriedenen Beziehern von Bier aus der Box.
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